Wolle selbst spinnen

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Spinnen ist eine faszinierende Tätigkeit. Aus einer flauschigen Menge einzelner Härchen fertigt man ein stabiles Garn. Außerdem lernt man beim Spinnen noch einmal so viel mehr über die Beschaffenheit von Garnen und die Eigenschaften der Fasern. Das ist auch für mich als Strickerin sehr bereichernd.

Wolle selbst spinnen

Beim Leipziger Wollefest bieten einige Stände ja auch diese schön anzusehenden Kammzüge an. 2018 wollte meine Große unbedingt so einen bunten Zopf kaufen, um daraus zu filzen. Wir hatten dann die Abmachung, dass ich auch etwas davon nehme. Kurzerhand hatte ich dann noch eine Handspindel dazugekauft.

Mit Hilfe des Internets habe ich rausgefunden, wie man das so alles machen muss mit dem Drall und dem Ausziehen der Fasern. Natürlich kamen anfangs viele “Regenwürmer” in meinem Faden vor. So werden verdickte Stellen scherzhaft bezeichnet. Zum Ende wurde mein gesponnener Faden aber immer gleichmäßiger. Nach diesen ca. 25g Testspinnerei wollte ich mich an was Richtiges wagen.

Zum ersten Mal Wolle selbst spinnen

Ich bestellte mir einen Kammzug aus 70% Merinowolle und 30% Tussahseide. Die Färbung trug den passenden Namen “Knallfrosch”.

Merino-Seiden-Mischung "Knallfrosch"

Da ich nur eine Spindel hatte, habe ich die 100g einfach komplett darauf gewickelt. Zum Verzwirnen habe ich alles auf einem Wollwickler zu einem Yarncake gewickelt. Mein Plan war nämlich, den Faden einmal von innen und einmal von außen  zu nehmen und so mit sich selbst zu verzwirnen. Tja, das war ein ganz schöner Aufwand, weil Außen- und Innenfaden sich immer gleich miteinander verdreht haben. Mit einem Wollabwickler* ging es dann zum Glück einigermaßen. Dadurch, dass der sich dreht, verhindert er, dass sich der Faden von außen immer um den von innen kommenden wickeln muss. Trotzdem war das eine nervige Angelegenheit. Beim nächsten Mal würde ich den Kammzug wahrscheinlich schon vorher in zwei gleich große Hälften teilen. Dann jede Hälfte verspinnen, abwickeln und danach beide miteinander verzwirnen.

Nach dem Verzwirnen

Mein umständlich verzwirntes Garn habe ich dann auf einer Haspel* locker zum Strang gewickelt. Gut fixiert durch Baumwollfäden kam der Strang in einen Topf und wurde erhitzt. So soll sich der Drall besser verteilen und das Garn kann sich entspannen. Nach dem Abkühlen habe ich das Wasser ganz vorsichtig ausgedrückt, damit nichts filzt. Den getrockneten Strang habe ich schließlich noch einmal gehaspelt und die Runden gezählt. Wenn man diese nämlich mit der gemessenen Länge einer Runde multipliziert, erhält man die Lauflänge des Garns. Mein erstes selbst gesponnenes Garn hat 245m auf 100g und entspricht damit DK-Stärke. Das wurde auch durch die zwölf Wraps per Inch (WPI) bestätigt. Eine schöne Erweiterung meines Garn-Stashs.

Wolle selbst spinnen

Wolle selbst spinnen ist echt toll und hat mich total begeistert. Ich werde auf jeden Fall noch mehr Garn selbst herstellen. Man kann dabei auch wunderbar mit Fasern experimentieren und Mischungen herstellen, die man als fertiges Garn nirgendwo kaufen könnte. Mittlerweile ist auch schon ein Spinnrad bei mir eingezogen. Darüber schreibe ich dann aber ein anderes Mal.

Habt ihr auch schon mal Garn gesponnen?

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